In dir ruhen – und trotzdem weitergehen
Es gibt Phasen im Leben, da scheint alles gleichzeitig schwer zu sein. Herausforderungen im Alltag, Druck im Job oder im eigenen Business, vielleicht Konflikte in Beziehungen oder einfach dieses Gefühl von Überforderung. Gerade wir Frauen tragen oft viele Rollen gleichzeitig – und verlieren dabei leicht den Blick für das, was trotz allem noch gut ist.
Gerade in solchen herausfordernden Phasen kann Dankbarkeit zu einem kraftvollen Anker werden.
Wer kennt das nicht: „Wenn ich nur erst dies und das erledigt habe, dann…“ oder
„Wenn erstmal dies und das eingetreten ist, dann…“ – „…fange ich an zu leben.“ ❔❕
Genau das steckt in diesen Sprüchen drin. Schließlich stellen wir uns damit selbst in die Warteschleife!
Wir leben gar nicht bewusst im Hier und Jetzt, sondern wir verlagern alles auf die Zukunft:
Und gleichzeitig stecken wir so viele Erwartungen in unsere Zukunft, dass wir später feststellen werden, dass diese Zukunft uns enttäuscht, da wir viel zu hohe Erwartungen an sie hatten.
Und so bleiben wir in der Warteschleife mit dem Hoffen auf eine bessere Zukunft.
Es geht im Leben nicht darum, zu warten bis der Sturm vorbei ist –
Schau jetzt hin auf die Dinge, die gut laufen. Und erlaube dir, sie zu genießen unabhängig davon, ob du auf anderer Ebene etwas (noch) nicht gelöst hast.
Gerade wenn alles zu viel wird, kann es helfen, den Fokus zu verschieben.
In Krisensituationen ist unser Blick oft wie automatisch auf das gerichtet, was nicht funktioniert. Das ist menschlich – unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Probleme zu erkennen. Doch wenn wir dauerhaft in diesem Fokus bleiben, verstärkt sich das Gefühl von Stress und Enge.
Dankbarkeit bedeutet nicht, Probleme zu verdrängen oder schönzureden, sondern bewusst einen zweiten Blickwinkel einzunehmen.
Neben allem, was gerade schwierig ist, existiert immer auch etwas, das dich trägt:
- Menschen, die für dich da sind
- Fähigkeiten, die dich durch schwierige Zeiten bringen
- kleine Momente, denn bedenke, sie sind gar nicht klein
Dieser Perspektivwechsel kann wie ein inneres Aufatmen sein. Dabei musst du dich nicht entscheiden zwischen „alles ist schwer“ und „ich bin dankbar“.
Beides darf gleichzeitig da sein.
Du darfst traurig, erschöpft oder überfordert sein – und trotzdem erkennen, dass es Dinge gibt, die gut sind. Diese Gleichzeitigkeit nimmt Druck raus. Du musst dich nicht „positiv denken“, sondern darfst fühlen und dich gleichzeitig stabilisieren.
Gerade in herausfordernden Zeiten wirkt Dankbarkeit wie ein Gegengewicht. Sie erinnert dich daran:
- dass du nicht nur deine Probleme bist
- dass dein Leben mehr umfasst als die aktuelle Situation
- dass du bereits Ressourcen in dir trägst
Diese Haltung stärkt deine Resilienz – also deine Fähigkeit, mit Krisen umzugehen und daran zu wachsen.
Zufrieden sein ohne stehen zu bleiben.
Viele Frauen haben hohe Ansprüche an sich selbst. Sie wollen sich weiterentwickeln, wachsen, etwas aufbauen. Und das ist etwas Schönes.
Doch wenn dieser Wunsch aus einem Gefühl von „Ich bin noch nicht genug“ entsteht, wird er anstrengend.
Dankbarkeit verändert diesen Ausgangspunkt.
Du kannst sagen:
„Ich bin dankbar für das, was ich heute habe und ich erlaube mir, weiterzugehen.“
Das ist Entwicklung aus Selbstwert statt aus Selbstzweifel.
- Du darfst stolz sein auf deinen Weg
- Du darfst Pausen machen
- Du darfst trotzdem Ziele haben
Kleine Übungen für den Alltag
Gerade dann, wenn du denkst „Dafür habe ich jetzt keinen Kopf“, kann Dankbarkeit besonders viel bewirken.
- Kleiner Check-in
Frag dich einmal am Tag: Was ist heute nicht schiefgelaufen?
Das lenkt den Blick sanft auf Stabilität statt nur auf Probleme. - Ein Lichtmoment am Abend
Notiere dir einen einzigen Moment, der sich gut angefühlt hat – egal wie klein. - Dein inneres Netz
Mach dir bewusst: Wer oder was gibt dir gerade Halt? Schreib es auf. - Perspektivwechsel
Wenn dich ein Gedanke belastet, ergänze ihn bewusst:
„Ja, das ist gerade schwer… und gleichzeitig gibt es auch …“
Du bist nicht nur deine aktuelle Situation
Krisen fühlen sich oft allumfassend an. Doch sie definieren dich nicht.
Dankbarkeit hilft dir, dich wieder mit dir selbst zu verbinden und das Bewusstsein „einzuschalten“.
Dankbarkeit ist kein „Alles ist gut“-Denken, sondern sie ermöglicht dir auch die Dinge zu sehen, die gut laufen, denn die verlieren wir in Krisensituationen leicht aus den Augen.
Schätze die Kraft der Dankbarkeit. Gerade für uns Frauen, die oft viel leisten und viel fühlen ist sie wichtig.
Du darfst zufrieden sein mit dem, was da ist während du Ziele hast und diese verfolgst.
Es geht darum, zu lernen, im Regen zu tanzen ☂
Beides gehört zusammen.

